- die wichtigsten Fragen, die einem Fachmann zu stellen sind, oder was man bei der Wahl eines Fertigparketts beachten soll?
Die Auswahl von den auf dem Markt erhältlichen Fertigparkett-Arten kann Kopfschmerzen verursachen. Die Person, welche die Wohnung renovieren oder einrichten möchte, muss nicht nur die Ästhetik und Eigenschaften von Holz überlegen, aber auch die Konstruktion des Fertigparketts sowie die Art und Weise seiner Montage berücksichtigen. Deswegen ist es empfehlenswert, sich vom Fachmann beraten zu lassen, bevor Einkaufsentscheidungen getroffen werden. Einige der relevanten Fragen, die bei der richtigen Entscheidung und Montageplanung behilflich sein können, haben wir dem Meister im Parkettlegewerk, dem Sachverständigen sowie dem Experten in der Holztechnologie, Herrn Czesław Bortnowski, gestellt.
Herr Bortnowski, wir betreten einen Fachhandelmarkt und sehen rechts Mehrschicht- Fertigparkett und links Laminatpaneele. Auf den ersten Blick unterscheiden sie sich gar nicht voneinander, vielleicht ausgenommen durch den Preis…
Nein – der Unterschied zwischen Laminat und Dreischicht-Fertigparkett ist grundlegender Art. Das ist so, als ob wir die natürliche Milch mit dem Milchpulver vergleichen möchten. Also einfach gesagt, die Paneele sind künstliche Produkte, die aus verarbeiteten Holzspänen und einer Schicht des gepressten Papiers bestehen. Das Dreischicht-Fertigparkett dagegen, wie z.B. Barlinek-Fertigparkett ist Produkt aus Naturholz.
Und warum ist ein Holzfertigparkett so gesund?
Als erfahrener Parkettleger könnte ich über die Holzvorteile mehrere Stunden lang reden. Das Holz atmet, wodurch es das Mikroklima im Haus und in der Wohnung reguliert. Es absorbiert die Feuchtigkeit und gibt diese zurück, wenn die Luft trockener wird. Darüber hinaus ionisiert es die Luft, lädt sich elektrostatisch nicht auf und zieht keinen Staub an. Das ist besonders für die Allergiker von Bedeutung. Außerdem garantieren Holz-Fußböden eine Thermoisolierung des Raums, die als Fußwärme empfunden wird und eine akustische Isolierung – Lärmdämpfung.
Genau. Und das erwähnte Dreischichtfertigparkett aus Naturholz – was zeichnet es aus?
Die Dreischichtfußböden zeichnen sich u.a. durch hohe Verformungsfestigkeit aus. Die spezielle Konstruktion des Barlinek-Fertigparketts und darin eingesetzten Schnappverschluss ermöglichen die natürliche Arbeit des Holzes (Schrumpfen und Quellen). Das reduziert die Entstehung von Fugen, die oft im Falle einer natürlichen Holzarbeit bei üblichen Fertigparkettelementen entstehen. Dank dieser Eigenschaften und seiner optimalen Dicke kann das Barlinek-Fertigparkett auch auf der Fußbodenheizung verlegt werden. Sein Vorteil ist die schnelle, einfache und saubere Montage. Das Fertigparkett kann selbständig verlegt werden, was sowohl Zeit als auch Geld einem Kunden sparen lässt. Das Barlinek-Fertigparkett wird bereits in der Produktionsphase lackiert und es ist sofort nach der Montage betretbar . Gleich nach der Verlegung kann man Möbel aufstellen und die Renovierung schnell abschließen.
So haben wir uns für Barlinek-Fertigparkett entschieden. Jetzt müssen wir ein bestimmtes Muster und Art der Oberflächenausführung auswählen. Was ist wichtiger: Holz – oder Lacksystem?
Beide Sachen sind genauso wichtig. Die Wahl der Holzart hängt nicht nur mit der Fußbodenästhetik sondern auch mit seiner Haltbarkeit zusammen. Jede Holzart hat ihre eigenen technischen Parameter. Im Falle von Holz-Fußböden ist die Holzhärte sowie die Beständigkeit gegen die Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswechsel (Schwinde- und Quellverhalten) besonders wichtig. Deswegen ist esratsam, die Aufmerksamkeit auf den Charakter des Raums zu lenken – für die Räume mit intensiverem Verkehr wie z.B. Tageszimmer wird in der Regel Fertigparkett aus Hartholz, wie z.B. Buche, Eiche, Esche oder Hainbuche empfohlen. Gut bewähren sich auch exotische Dielen. Ahorn, Birke, Erle sind dagegen eher als weichere Holzarten bekannt und als Fertigparkett in Schlafzimmern völlig ausreichend. Für die sehr intensiv genutzten Räume und Plätze, wie Vorzimmer, Korridors oder Treppe stellen sehr harte exotische Holzarten eine gute Alternative zu europäischen Holzarten dar. Besonders empfohlen werden hierbei Tali Badi, Jatobe und Merbau.
Und welche Rolle spielt der Lack? Wodurch zeichnet sich ein Profi-Objektlack aus?
Der Lack kann den Fußboden nicht härter machen, aber er sichert ihn gegen Verschmutzung und gegen Abrieb ab. Auf dem Markt sind die Fußböden mit einem Profi-Objektlack – Lacksysteme mit erhöhter Kratzfestigkeit, besserer Elastizität und mit erhöhter Beständigkeit gegen mechanische Beschädigungen – erhältlich. Durch die höhere Elastizität bricht bspw. die Lackoberfäche nicht (z. B. wenn wir ein Gegenstand fallen lassen) und damit wird Holz und seine Struktur besser geschützt.
Welches Fertigparkett – mit geölter oder lackierter Oberfläche – sollte man wählen?
Das hängt von unseren Vorlieben ab. Der Hauptunterschied zwischen diesen zwei Oberflächenausführungen beruht darauf, dass das Öl die Holzstruktur durchdringt und sie dadurch gegen Verschleiß und mechanische Beschädigungen schützt. Öl imprägniert Holz und hebt seine Schönheit und natürlichen Charakter hervor. Auf dem geölten Fußboden lassen sichgeringe Mikrorisse nicht so leicht bemerken, die meistens am Anfang des Parkettgebrauchs entstehen. Einfacher ist es ferner, mit Hilfe der in zahlreichen Einkaufsstellen erhältlichen Reparaturöle (z.B. Protektor Natura) selbständig kleine Beschädigungen zu beseitigen. Wenn es um lackierte Oberflächen geht, so ist das Barlinek- Fertigparkett mit 7 Lackschichten UV gehärtet, was die gute Absicherung gegen den Abrieb, Risse und sonstige Beschädigungen ist. Für die intensiv genutzten Räume würde ich die Kollektion Professional von Barlinek mit einer speziellen Formel Anti-Scratch empfehlen. Es handelt sich dabei um einen Profi-Objektlack mit sehr guten Gebrauchsparametern.
Einige Jahre zuvor haben wir bei meiner Mutter das traditionelle Parkett verlegt. Ich kann mich erinnern, dass der spezifische Lackgeruch sogar noch eine Woche nach dem Lackieren im Haus gerochen werden konnte. Zu dieser Zeit hat meine Mutter bei uns gewohnt, weil sie sich im Hinblick auf ihre Allergie auf unterschiedliche Farben und Lacke nicht zu Hause aufhalten konnte. Sieht es genauso mit dem fabrikmäßig lackierten Fertigparkett aus? Kann man den Lackgeruch spüren?
Sowohl Öle als auch Lacke sind völlig sicher. Sie enthalten keine schädlichen Substanzen. Zu Hause schwebt weder Staub noch Lackdunst in der Luft. Geölte und lackierte Fertigparkettelemente können sorglos in Kinderzimmern und Allergikerwohnungen verlegt werden. Die Sicherheit für die Gesundheit wird bei Barlinek u.a. mit dem Zertifikat des Hygieneinstituts (PZH) bestätigt.
Ich weiß bereits, für welches Fertigparkett bezüglich der Holzart und der Oberfläche ich mich entscheide. Sie haben dabei gesagt, dass das Barlinek- Fertigparkett selbständig verlegt werden kann. Aber wie? Womit soll ich anfangen? Ich habe das früher nicht gemacht.
Es muss immer das erste Mal sein (Lächeln). Die Verlegung im schwimmenden System ist sehr einfach. Zuerst bitte gut die Montageanleitung durchlesen, die jeder Fertigparkettpackung beigefügt ist. Des Weiteren ist das Fertigparkett mindestens 48 Stunden vor der Verlegung lang zu akklimatisieren. Legen Sie einfach die nicht ausgepackten Pakete horizontal in den Raum, in dem das Fertigparkett verlegt wird.
Na gut, aber wie sieht die Verlegung selbst aus?
Die Montage fangen wir mit Verlegung der Unterlage, z.B. einer im Angebot erhältlichen Wellpappe oder Korkmatte (Abb. 2) an. Die erste Dielenreihe wird mit Feder zur Wand hin verlegt (Abb. 3), und danach verbinden wir einzelne Dielen strinseitig (Abb. 4). Die letzte, häufig aber auch die erste Diele schneiden wir zu. Anschließend montieren wir weitere Dielenreihen, wobei die Parkettdielen mit Versatz von mindestens 50 cm verlegt werden sollen (Abb. 5, 6, 7, 8). Die Verlegung der letzten Reihe fangen wir mit der Abmessung des Freiraums zwischen der Wand und dem von uns bereits verlegten Fußboden (Abb. 9). Sollte es sich herausstellen, dass die gesamte Parkettdielenbreite nicht hineinpasst, schneiden wir die Dielen längs entsprechend ab. Die letzte Dielenreihe kann dabei nicht schmaler als 7 cm sein, andernfalls ist es erforderlich, ebenfalls die erste Dielenreihe von der Länge entsprechend zuzuschneiden. Zwischen der Wand oder Heizungsrohren und dem Fertigparkett ist ca. 1-1,5 cm Dehnfuge zu lassen. Nach der Verlegung des Fertigparketts montieren wir die Sockelleisten (Abb. 10). Wenn wir uns für Barlinek-Sockelleisten entscheiden, passen wir einfacher ihren Farbton dem Fertigparkett an.
Wird das Fertigparkett genauso auf der Fußbodenheizung verlegt?
Nicht ganz. Bei Verlegung auf der Fußbodenheizung soll das Fertigparkett auf dem Boden fest geklebt werden. Der Gegenzug von Barlinek- Fertigparkett ist entsprechend massiv, so dass das Aufkleben problemlos durchgeführt werden kann. Für die Verlegung auf der Fußbodenheizung würde ich die Holzarten mit geringem Schrumpf- und Quellverhalten empfehlen. Es handelt sich um solche Holzarten, die längere Zeit brauchen, um zum hygroskopischen Gleichgewicht zu kommen. Solche Eigenschaften besitzen bspw. die exotischen Hölzer wie Merbau, Iroko, Doussie oder Jatobe Bei europäischen Holzarten wären Eiche und Akazie eine gute Wahl. Bevor mit der Verlegung angefangen wird, sollte man ferner unbedingt einen Aufheizprozess des Bodens durchführen. In dieser Hinsicht empfehle ich die Dienstleistungen von Fachleuten in Anspruch zu nehmen.
Ich bedanke mich für das Gespräch. Sie haben mir die Auswahl des Fertigparketts wesentlich einfacher gemacht.
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